Nox: Kettenbund · Kapitel 8

Der Geruch nach Ozon

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar. Im Vorbeigehen fiel sein Blick a

Dark Fantasy, Isekai, Magische Akademie, Psychologische Fantasy, High FantasyVeröffentlichtVeröffentlicht: 2026-07-14663 Wörterca. 3 Min.

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar. Im Vorbeigehen fiel sein Blick a

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar.

Im Vorbeigehen fiel sein Blick auf ein Porträt – silberne Augen, die ihn anstarrten wie damals im Büro. Er schüttelte den Gedanken ab.

Schüler starrten ihn an, und ihr Getuschel ließ ihn aufhorchen. Der Trank in seinen Adern machte ihre Worte klarer.

„Teror vanir“, flüsterten sie, und: „Isen.“

Fremder. Hund.

„Sylas!“

Die Stimme war hell, fast zu laut für den stillen Gang. Colin V. Brett trat vor, das blonde Haar streng zu einem Zopf gebunden, die Uniform makellos. Und doch trug er ein Lächeln, das zu breit war, um ehrlich zu wirken. Ein süßlich-schweres Parfüm hing um ihn wie eine unsichtbare Aura.

„Wie ich sehe, führst du deinen Hund spazieren.“ Er sprach mit der Eleganz eines Hofmanns – und dem Spott eines Jungen, der nie verlernt hatte, wie man stichelte. „Ein Mensch an der Leine – das nenne ich Fortschritt. Sag, Sylas, ist das deine neueste Form der Unterhaltung?“

Sylas blieb stehen und drehte kaum den Kopf.

„Colin V. Brett. Willst du wirklich alte Wunden wieder aufreißen? Oder hat dir die Lektion, die ich dir damals erteilt habe, nicht gereicht?“

Colins Lächeln flackerte, doch er hielt es aufrecht, beinahe genießerisch.

„Eine Lektion, die du einem Kind erteilt hast. Ich war zehn, du eine Klasse über mir. Heute …“ Er trat einen Schritt näher, und sein Parfüm legte sich wie eine süße Wolke über Nox’ Sinne. „Heute sähe die Sache wohl etwas anders aus.“

Er neigte den Kopf, fast höflich, doch seine grünen Augen blitzten spöttisch.

„Aber keine Sorge. Deinen Hund will ich dir nicht stehlen. Ich mag Tiere.“

Er ließ einen kurzen Moment verstreichen.

„Sag mir, Sylas … was ist eigentlich aus deinem alten Familiar geworden?“

Colins Stimme war honigsüß, doch jeder Laut triefte vor Gift.

„Man munkelt, er sei einfach … puff, verschwunden. Und dein Alter musste tief in die Tasche greifen, um ein zweites Ritual vorzubereiten.“

Ein kurzes Lächeln erschien auf seinen Lippen, schmal wie ein Schnitt.

„Nur schade, dass es nach hinten losging. Statt einer würdigen Kreatur hast du –“ er deutete mit dem Kopf auf Nox „– einen Menschen heraufbeschworen. Einen Blutlosen noch dazu. Eine Familie, die ihre Linie nicht reinhalten konnte. Wie beschämend.“

Colin machte einen weiteren Schritt auf sie zu. Sein Parfüm hing schwer in der Luft.

„Dein Vater muss sich köstlich amüsiert haben, hm? So etwas Nutzloses wie einen Menschen als Familiar … das trägt man nicht mit Stolz, Sylas. Ha!“

Plötzlich legte sich ein scharfer Geruch nach Ozon über den Flur, so beißend, dass er sogar Colins schweres Parfüm überdeckte. Colin hatte es offenbar noch nicht bemerkt – doch Sylas war ganz still geworden.

Durch ihre Verbindung spürte Nox, wie sein Meister an dem in ihm gespeicherten Mana rührte, als würde er es durch unsichtbare Fäden ansaugen. Furcht kroch in Nox empor, diesmal nicht nur um ihn selbst.

Er räusperte sich und zwang seine Stimme, ruhig zu bleiben.

„Meister … Fräulein Wernicke wartet.“

So schnell, wie der Sturm aufgekommen war, brach er auch wieder ab. Der Ozongeruch verzog sich, als hätte es ihn nie gegeben.

Nox stand da, das Herz hämmernd, und wagte kaum zu atmen.

Hatte er gerade tatsächlich diesen Sturm bändigen können?

Colin blinzelte. Für einen Moment flackerte etwas über sein Gesicht, als hätte er den Druck in der Luft doch gespürt. Der Spott auf seinen Lippen erstarb nicht, aber er wurde dünner, messerscharfer.

„Interessant …“, sagte er leise, beinahe nachdenklich.

Sein Blick glitt von Sylas zu Nox und verweilte länger auf ihm als nötig.

„Sehr interessant.“

Dann trat er einen Schritt zurück. Das Lächeln kehrte zurück – aber es war nicht mehr ganz dasselbe.

„Nun gut. Ich sehe, ihr habt zu tun. Ich will euch nicht länger … aufhalten.“

Er verneigte sich leicht, fast zu höflich, und sein Parfüm blieb wie eine Erinnerung im Flur hängen, während er davonschritt.

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Nox: Kettenbund · Kapitel 8

Der Geruch nach Ozon

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar. Im Vorbeigehen fiel sein Blick a

Dark Fantasy, Isekai, Magische Akademie, Psychologische Fantasy, High FantasyVeröffentlichtVeröffentlicht: 2026-07-14663 Wörterca. 3 Min.

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar. Im Vorbeigehen fiel sein Blick a

Der Morgen nach dem Training war schwer, als hätte das Mana in Nox’ Körper Spuren hinterlassen, die nicht verblassen wollten. Er folgte Sylas durch die Gänge der Akademie, die Leine unsichtbar, aber spürbar.

Im Vorbeigehen fiel sein Blick auf ein Porträt – silberne Augen, die ihn anstarrten wie damals im Büro. Er schüttelte den Gedanken ab.

Schüler starrten ihn an, und ihr Getuschel ließ ihn aufhorchen. Der Trank in seinen Adern machte ihre Worte klarer.

„Teror vanir“, flüsterten sie, und: „Isen.“

Fremder. Hund.

„Sylas!“

Die Stimme war hell, fast zu laut für den stillen Gang. Colin V. Brett trat vor, das blonde Haar streng zu einem Zopf gebunden, die Uniform makellos. Und doch trug er ein Lächeln, das zu breit war, um ehrlich zu wirken. Ein süßlich-schweres Parfüm hing um ihn wie eine unsichtbare Aura.

„Wie ich sehe, führst du deinen Hund spazieren.“ Er sprach mit der Eleganz eines Hofmanns – und dem Spott eines Jungen, der nie verlernt hatte, wie man stichelte. „Ein Mensch an der Leine – das nenne ich Fortschritt. Sag, Sylas, ist das deine neueste Form der Unterhaltung?“

Sylas blieb stehen und drehte kaum den Kopf.

„Colin V. Brett. Willst du wirklich alte Wunden wieder aufreißen? Oder hat dir die Lektion, die ich dir damals erteilt habe, nicht gereicht?“

Colins Lächeln flackerte, doch er hielt es aufrecht, beinahe genießerisch.

„Eine Lektion, die du einem Kind erteilt hast. Ich war zehn, du eine Klasse über mir. Heute …“ Er trat einen Schritt näher, und sein Parfüm legte sich wie eine süße Wolke über Nox’ Sinne. „Heute sähe die Sache wohl etwas anders aus.“

Er neigte den Kopf, fast höflich, doch seine grünen Augen blitzten spöttisch.

„Aber keine Sorge. Deinen Hund will ich dir nicht stehlen. Ich mag Tiere.“

Er ließ einen kurzen Moment verstreichen.

„Sag mir, Sylas … was ist eigentlich aus deinem alten Familiar geworden?“

Colins Stimme war honigsüß, doch jeder Laut triefte vor Gift.

„Man munkelt, er sei einfach … puff, verschwunden. Und dein Alter musste tief in die Tasche greifen, um ein zweites Ritual vorzubereiten.“

Ein kurzes Lächeln erschien auf seinen Lippen, schmal wie ein Schnitt.

„Nur schade, dass es nach hinten losging. Statt einer würdigen Kreatur hast du –“ er deutete mit dem Kopf auf Nox „– einen Menschen heraufbeschworen. Einen Blutlosen noch dazu. Eine Familie, die ihre Linie nicht reinhalten konnte. Wie beschämend.“

Colin machte einen weiteren Schritt auf sie zu. Sein Parfüm hing schwer in der Luft.

„Dein Vater muss sich köstlich amüsiert haben, hm? So etwas Nutzloses wie einen Menschen als Familiar … das trägt man nicht mit Stolz, Sylas. Ha!“

Plötzlich legte sich ein scharfer Geruch nach Ozon über den Flur, so beißend, dass er sogar Colins schweres Parfüm überdeckte. Colin hatte es offenbar noch nicht bemerkt – doch Sylas war ganz still geworden.

Durch ihre Verbindung spürte Nox, wie sein Meister an dem in ihm gespeicherten Mana rührte, als würde er es durch unsichtbare Fäden ansaugen. Furcht kroch in Nox empor, diesmal nicht nur um ihn selbst.

Er räusperte sich und zwang seine Stimme, ruhig zu bleiben.

„Meister … Fräulein Wernicke wartet.“

So schnell, wie der Sturm aufgekommen war, brach er auch wieder ab. Der Ozongeruch verzog sich, als hätte es ihn nie gegeben.

Nox stand da, das Herz hämmernd, und wagte kaum zu atmen.

Hatte er gerade tatsächlich diesen Sturm bändigen können?

Colin blinzelte. Für einen Moment flackerte etwas über sein Gesicht, als hätte er den Druck in der Luft doch gespürt. Der Spott auf seinen Lippen erstarb nicht, aber er wurde dünner, messerscharfer.

„Interessant …“, sagte er leise, beinahe nachdenklich.

Sein Blick glitt von Sylas zu Nox und verweilte länger auf ihm als nötig.

„Sehr interessant.“

Dann trat er einen Schritt zurück. Das Lächeln kehrte zurück – aber es war nicht mehr ganz dasselbe.

„Nun gut. Ich sehe, ihr habt zu tun. Ich will euch nicht länger … aufhalten.“

Er verneigte sich leicht, fast zu höflich, und sein Parfüm blieb wie eine Erinnerung im Flur hängen, während er davonschritt.

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