Mit einem Herzen voller Inspiration verließ Ahry den mit Träumen bewachsenen Planeten. Was er dort gefunden hatte, sollte ihn mit neuer Energie erfüllen, mit neuer Stärke und Überzeugung, wusste er doch nun, dass das Universum seine Träume
Mit einem Herzen voller Inspiration verließ Ahry den mit Träumen bewachsenen Planeten. Was er dort gefunden hatte, sollte ihn mit neuer Energie erfüllen, mit neuer Stärke und Überzeugung, wusste er doch nun, dass das Universum seine Träume bemerkte. Dass sie eine Bedeutung zu haben schienen, obschon er nicht wusste, welche. Dennoch war dies ein bestärkendes Gefühl für den Jungen, war es doch seit jeher schwer für ihn, Fortschritt zu spüren. Zwar hatte er es geschafft, den Stillstand, und insbesondere die rückwärts gerichteten, teilweise schmerzhaften Schritte, die ihn in immer tiefere Löcher zu stürzen drohten, zu überwinden, doch hätte er nie geahnt, mit wie vielen Eindrücken und Fragen sein Verstand geflutet werden würde. Stets lernte er Neues über das Universum, würde dies eigentlich einen Fortschritt für den wissbegierigen Jungen darstellen, kamen mit den neuen Erfahrungen doch gleichzeitig auch viele neue Fragen und Grübeleien. So war es schwierig für ihn, diesen Fortschritt zu spüren. Für Ahry war es ein tröstliches Gefühl zu wissen, dass seine Träume einen Platz im Universum hatten, wenngleich sich ihm nicht erschloss, welche Bedeutung genau sie für dieses hatten. Welchen Sinn hatten sie für das Universum? All die Kraft und Energie, die Ahrys Herz in seine Reise investierte, was stellte das Universum damit an? Während die Flamme heiß durch den Weltraum schoss, vorbei an nur noch mehr sich verdunkelnden Sternen, gab sie sich einer Flut von Gedanken hin.
Ihr Sterne, ihr erleuchtet das Universum, ihr seid ein funkelnder Schweif, der an mir vorbeizieht, während mein Flammenkörper den Weltraum durchstreift. Doch hört ihr auf zu leuchten, sagt mir, weshalb ihr untergeht. Ist der Pfad, den ihr erhellt, zusammengebrochen? Werdet ihr nicht mehr gebraucht? War man eurem Leid gegenüber unachtsam? Und welche Bedeutung habt ihr überhaupt? Welchem Sinn gilt euer Leuchten? Werde auch ich untergehen? Bin auch ich ein Stern? Oder doch ein Traum? Was bedeute ich für das Universum? Es bemerkt die Wünsche, die in mir schlummern, welch' schöner Gedanke, doch frage ich mich warum. Träume sind wandelbar und ein Nichts ohne Disziplin und Hingabe, welchen Wert also haben Träume für dich, du allmächtiges Universum? Und warum gehen deine Sterne unter? Sind auch sie Träume? Bist du ihres Leuchtens überdrüssig? Schickst du ihr Licht in neue Weiten? Tue ich dir Unrecht, wenn ich sage, dass deine Sterne untergehen? Oder gibst du ihnen vielleicht einen neuen Zweck? So frage ich mich, was du dann mit den Träumen anstellst. Träume sterben, Sterne gehen unter, was wird mein Schicksal sein?
Wilder brachen die Funken aus der Flamme, umso mehr Fragen ihr durch den Kopf gingen. Suchte sie nach Antworten, musste sie reisen. Doch reiste sie, ergaben sich ihr nur noch mehr Fragen, die nach Antworten verlangten. War es wirklich das, was man unter Fortschritt versteht? Dachte Ahry darüber nach, fühlte seine Riese sich für ihn wie ein Fortschritt an, doch schwächeln die ausgesprochenen Laute dieses Wortes, wenn man bedenkt, wie gefangen er sich einst fühlte. Wenn du das Gefühl hast, mit beiden Beinen an den Boden gefesselt zu sein, deine Hände zusammengebunden und bewegungslos sind, dein Geist nicht weiß, in welche Richtung er schauen soll, du blind vor Schmerz und Verzweiflung bist, dann stellt schon die kleinste Bewegung, zu der du dich befreien kannst, Fortschritt dar. Doch war Ahry wirklich frei? In seinem Herzen benannte er das, was er tat, als Fortschritt, aber auch nur, weil er lange Zeit im Stillstand gefangen war.
Dieser Fortschritt, er glich eher dem erschöpfenden Erklimmen eines Berges. Die vielen Fragen und Gefühle wogen schwer auf seinem Rücken, eine Bürde für seine Beine. Auf seinem Weg erreichte ihn Inspiration, dieses Gefühl schätzte er, wenngleich dieses stets begleitet war von Fragen und Unklarheiten. So musste es sich anfühlen, das Universum zu erforschen. Jemanden erreicht eine neue Erkenntnis, doch fällt es schwer, sie einzuordnen. Man denkt nach über Bedeutung und Sinn, womöglich hat man vergangene Schlussfolgerungen zu revidieren, oder sogar den ganzen Pfad zu ändern. Und wer sagt einem, dass die Gedanken richtig sind? Wer konnte Ahry sagen, was richtig und was falsch ist? Und was, wenn die Erkenntnis noch gewaltiger war? Wenn sie einem die Einsicht gibt, dass alles, was man bisher tat, falsch und nicht zielführend war.
Dieser Gedanke weckte gemischte Gefühle in Ahry. Er glaubte, das Richtige zu tun, doch war ihm gleichzeitig bewusst, dass er, ein einfacher Menschenjunge, ein kleines Licht im Universum, absolut gar nichts wusste. Wenngleich er es sich selbst als seinen Weg erklärt hatte, änderte es nichts daran, dass er umherirrte. Er hatte den Stillstand aufgegeben, doch wenn die Erkenntnis nur neue Fragen, mehr und mehr Neugier aufwarf, woran würde er Fortschritt spüren? Richtigen, wahren Fortschritt, nicht einfach nur eine Befreiung aus dem Stillstand, sondern ein tatsächliches Weiterkommen im Universum, eine Erweiterung seines Horizonts, eine Verschärfung seines Sinnes für das, was richtig und sinnstiftend ist, was der wahre Weg, die Bestimmung ist. Das, was einen glücklich macht.
Das waren die zwei Schneiden des Schwertes, mit dem Ahry einst seine Fesseln durchgeschnitten und seinen alten, leidenden Geist niedergestreckt hatte. Mit jedem neuen Planeten, den er besuchte, mit jeder neuen Information, die ihn erreichte, hoffte er auf die Erkenntnis, die ihm den Weg zeigen würde, doch gleichzeitig fürchtete er ebenjene auch. Er wollte wissen, was seine Bestimmung war, doch hatte er Angst davor, sich eventuell eingestehen zu müssen, dass er einen falschen Pfad eingeschlagen hatte, so richtig er sich auch für ihn anfühlte. Würden die Erkenntnisse ihn zurück an den Ort führen, dem er schon lange abgesprochen hatte, seine Heimat zu sein? Dem er einst den Rücken kehrte, den er zu verfluchen begann. Davor hatte Ahry Angst, auch wenn es schwach war. Dann wiederum würde er dankbar sein, wenn sein Weg zu einem besseren korrigiert werden würde. Er musste offen für diese Erkenntnis sein, mutig genug, sich ihr zu stellen, demütig genug, sich ihr unterzuordnen, ehrgeizig genug, ihr zu folgen. Nur das Universum wusste zurzeit, was Ahrys Bestimmung war, und wenn ihn diese dorthin zurückführen würde, wo alles für ihn begann, warum sollte er sich dann fürchten? Seine menschlichen Gefühle würde es vielleicht plagen, doch musste sein Herz stark genug sein, diese zu überwinden. So begleitete Ahry stets ein kleiner Funken Erkenntnisangst, auch wenn er sich von dieser lösen wollte. Es gab Orte, die er nicht als Teil seiner Bestimmung sehen wollte, dann wiederum musste er die nötige Demut zeigen, stellte sich heraus, dass das Universum ihn dort, genau dort, haben wollte.
Doch war dies nicht einfach, so sehr schmerzten die Erinnerungen an seine Heimat. Ahry hatte sie verlassen, um im Universum seine Bestimmung zu finden, er wollte nie wieder zurückkehren. Deshalb war er nun hier. Dies war der Grund, warum er durch das Universum reiste. Warum er erkundete, warum er lernte, warum er grübelte, warum er permanent Sterne untergehen sah, warum er just in diesem Moment einen Planeten erblickte, der zur Hälfte in bunten Farben bemalt, auf der anderen Seite jedoch in tiefes Schwarz getränkt war.
Wasser, Pflanzen, graue Berge. Doch zu einem ungefähr gleich großen Teil war dieser Wandelstern gehüllt in dieses Schwarz, stellenweise gebleicht zu einem aschfahlen Grau, der Düsterheit dieses Anblicks doch kaum einen Abbruch tuend. Während die farbige Hälfte des Planeten voller Leben zu pulsieren schien, wirkte der dunkle Teil tot und miserabel. Wenngleich ersteres wunderschön aussah, hatte diese düstere Schwingung im Universum, die von letzterem ausgestrahlt wurde, doch wesentlich mehr Anziehungskraft auf Ahry. Er fühlte sich auf eine gewisse Art und Weise hingezogen zu dem Elend, so sehr er es sich auch für immer aus seiner Seele zu verbannen geschworen hatte. So sollte es also sein? Die Flamme näherte sich dem Planeten, umrundete ihn so lange, bis sie das Zentrum der dunklen Hälfte unter sich erblickte. Je weiter es die schönen Farben der anderen Hälfte aus dem Blickfeld der Flamme verdrängte, desto düsterer und trister sah es aus, so lange bis sie nichts mehr anderes vor sich sah. Dies war der Zeitpunkt, an dem sie sich auf diesen Planeten fallen ließ.
Als die Flamme kurz vorm Erreichen des grauen Bodens war, wich sie wieder dem menschlichen Körper, in welchem sie lebte. Als Ahry auf dem Boden landete, zog sofort eine eisige Kälte über seine Füße in seinen ganzen Körper. So kalt, dass Ahry sofort für einen Moment zu zittern begann, doch postwendend wieder gebändigt wurde von der Flamme in seinem Inneren. Der Reisende blickte auf den Boden.
„Bist du am sterben, Planet?“, sprach der Junge. „Oder wurdest du so geschaffen?“
Ahry blickte sich um. Er hatte schon einige Planeten untergehen sehen und jedes Mal faszinierte es ihn aufs Neue. Er verstand das Phänomen nicht, doch hoffte, Antworten zu finden. Vielleicht war es auch einfach nur die natürliche Form dieses Planeten, vielleicht war es vom Universum gewollt, dass der Boden unter Ahrys Füßen kalt und schwarz, trocken und staubig war, dass diese Stille herrschte, diese völlige Abwesenheit von Wind und Wasser. Dass spitze, scharfkantige Felsen aus dem Boden herausragten, dass sich Schluchten in des Planeten Mantel gefressen hatten, dass alles einfach nur tot und verwesend wirkte, zumindest für Ahry. Der Junge ging ein paar Schritte, erkundete diese karge Umgebung. Der Boden unter ihm war rau, stellenweise bohrten sich kleine spitze Steine in seine Fußsohlen, es war kein angenehmes Gefühl, sich auf diesem Boden zu bewegen. Doch ließ Ahry sich nicht daran hindern, nach etwas Interessantem zu suchen. Der Junge erklomm einige große Felsen, die sich ihm in den Weg stellten. Sie waren so scharfkantig und schwer zu greifen, als wollte dieser Teil des Planeten überhaupt nicht erkundet werden. Wo auch immer Ahry seine Hände und Füße beim Klettern platzierte, musste er aufpassen, sich nicht zu verletzen. Als der Reisende die Spitzen der Felsen erreicht hatte und über sie hinüber blickte, schaute er auf eine weite Ebene, die viel von der Umgebung offenbarte, doch nur wenige Worte über sie verlor, so leer und düster war sie. Vereinzelt wies die Umgebung einige große Felsen und kleinere Schluchten auf, doch was Ahry wirklich faszinierte, war der Anblick von ein paar dünnen Bäumen in der Ferne. Er lief über die Ebene zu ihnen, hielt geradewegs auf sie zu, ein kurzer flüchtiger Blick auf den Boden veranlasste ihn jedoch dazu, abrupt stehenzubleiben. Der Boden unter Ahry war mit etlichen roten Flecken übersät. Der Junge wich einen Schritt zurück. Er begutachtete seine Umgebung und stellte fest, dass dies einen sehr weiten Teil der Ebene betraf. Ahry machte dies stutzig, er hockte sich hin, legte eine Hand auf den Boden und rieb mit seinen Fingern über ihn. Kalt. Rau. Staubig. Dieser Anblick, das von roten Flecken gebrochene Schwarz des Bodens, erstreckte sich über die ganze vor ihm mit bloßem Auge erkennbare Ebene.
„Blutest du aus, Wandelstern?“, sprach Ahry, dessen Gesichtszüge sich bei diesem Anblick nach unten zogen.
Der Junge richtete sich auf und bewegte sich wieder auf die Bäume zu, die noch einige Meter von ihm entfernt waren. Der Anblick, der sich ihm offenbarte, war nicht weniger ernüchternd. Es waren nur ein paar wenige kleine Bäume. Ihre Rinde war ergraut, die Farben der vertrockneten Blätter, von denen einige sich bereits von den dünnen Ästen gelöst und auf den kalten, lieblosen Boden gelegt hatten, waren matt und kraftlos. Ahry war bedrückt und fasziniert zugleich. Bezeugte er gerade den Tod eines Planeten? Seine Gedanken kreisten um dieses Phänomen, er wollte mehr wissen.
„Was passiert mit dir?“, fragte der Junge. „Gehst du unter? Oder ist es das, was du bist?“
Ahry blickte sich erneut um. Er suchte nach Hinweisen, doch gab diese Umgebung leider nur wenig her. Aber nach nur einem kurzen Moment erblickte er etwas in der Ferne. Ein Objekt, es bewegte sich, doch auf die Distanz konnte er nicht identifizieren, was es war. Er lief auf dieses Objekt zu, mit dem Blick nach vorne gerichtet. Je näher er ihm kam, desto größer wurde es, desto deutlicher wurden die Bewegungen. Und bald sollte sich Ahry eine Gestalt offenbaren, die etwas über den Boden schleifte. Ein Lebewesen? Vielleicht würde diese Gestalt ihm verraten können, was es mit diesem Planeten auf sich hatte. Ahry näherte sich ihr weiter, der Boden unter ihm verblieb weiterhin mit roten Flecken und Spuren übersät. Und als er nicht mehr allzu weit von der Gestalt entfernt war, offenbarte sich ihm auch ein beunruhigender Anblick. Diese Gestalt, sie zog zwei Leichen hinter sich her. War es also doch Blut, das auf dem Boden klebte?
Ahrys Herz schlug schneller. Er wurde vorsichtiger. Die Gestalt schien ihn nicht bemerkt zu haben, Ahry begutachtete sie genauer. Von menschlicher Statur, ausgestattet mit zwei Armen, glich sie Ikana, die Ahry vor kurzer Zeit kennengelernt hatte. Schwarzer Stoff verhüllte die Gestalt. Wenngleich der Junge ein wenig beunruhigt war, wollte er doch wissen, was es mit all dem auf sich hat. So lief er der Gestalt hinterher, die den Jungen nach einem kurzen Augenblick zu bemerken schien. Sie ließ die Leichen los und drehte sich um, schien daraufhin in Ahrys Richtung zu blicken. Und in diesem Moment offenbarte sich dem Jungen auch die Erscheinung dieser Gestalt vor ihm. Die Hände und das Gesicht wiesen einen blauen Ton auf, doch waren sie leicht durchsichtig, als wäre die Gestalt vor ihm ein Geist. So nahm Ahry sie zumindest wahr, doch war dies nur seine von seiner Vergangenheit geprägte Interpretation dieser Gestalt. Er hatte gelernt, dass die Wesen, die das Universum bewohnten, vielseitig waren, und er eigentlich doch gar nicht wissen konnte, was genau sie waren. Dass Ahry ein Mensch war, entsprang auch lediglich dem Verständnis, das man ihn in seiner Heimat gelehrt hatte. Was Ahry in Wirklichkeit für das Universum war, wer konnte das schon wissen?
Und was diese Gestalt darstellen sollte, konnte der Junge ebenso wenig wissen. Er interpretierte die Gestalt vor sich als Geist, sein Verstand gab sich damit erst mal zufrieden. „Sei gegrüßt, ich -“, sprach Ahry, als er sich der Gestalt näherte, doch machte ihre Erscheinung ihn ein wenig nervös. Das Gesicht der Gestalt bestand lediglich aus einem Paar Augen. Sie hatten keine Pupillen, doch die Haltung der Gestalt gab dem Jungen das Gefühl, in diesem Moment von ihr angeschaut zu werden. „Kannst du mir sagen, warum dieser Planet -“, begann Ahry, seine Frage zu formulieren, doch wurde sein Blick zu den beiden Leichen gezwungen, die regungslos auf dem Boden im Dreck lagen. „W-was ist mit ihnen passiert?“
Diese Leichen, ihre Gestalt war nichts, was auch nur ansatzweise einem Lebewesen von Ahrys Heimatplaneten ähnlich sah. So war es schwierig für ihn, den Anblick zu interpretieren. Doch er war sich sicher, dass es Lebewesen waren. Er erkannte Fleisch und Haut. Haut, in die Wunden geschnitten waren. Wunden, aus denen eine Flüssigkeit austrat. Flüssigkeit, die in Farbe und Viskosität Menschenblut ähnelte. Diese Gestalten, sie bewegten sich keinen Millimeter, alles was sie taten, war, den Boden rot zu färben.
„Ihre Zeit war gekommen“, ertönte eine Stimme, die so geisterhaft klang wie die Gestalt vor Ahry aussah.
Kein Mund, der die Worte sprach, schienen sie doch dem Inneren der geisterhaften Gestalt zu entspringen. Sie waren deutlich und klar formuliert, ruhig und sanft, doch von einem mysteriösen Echo begleitet. Genau so wie Ahry es sich vorstellte, mit einem Geist zu sprechen. Der Reisende begutachtete die Leichen erneut. Eine von ihnen war übersät mit farbigen Flecken auf ihrer Haut. Sie sah aus, als hätte eine Seuche sie zerfressen, so verrottet wirkte ihr Fleisch. Die andere Leiche war voller Wunden, als sei sie Opfer eines brutalen Angriffs gewesen.
„War ihre Zeit wirklich gekommen? Oder wurden sie ihrer Zeit näher gebracht?“, antwortete Ahry, neugierig, was wohl die genauen Umstände ihres Todes gewesen waren.
„Das ist unwichtig“, antwortete der Geist. „Sie sind tot.“
„Und was passiert nun mit ihnen?“
„Das Universum kümmert sich nun um sie.“
Der Geist packte die Gestalten wieder und zog sie weiter. Er war nicht gerade hilfreich dabei, Ahrys Neugier zu befriedigen, so schleierhaft seine Antworten waren, doch wollte der Junge nicht locker lassen. Er lief neben dem Geist her.
„Was meint du, wenn du sagst, dass das Universum sich um sie kümmern wird? Ist der Tod nicht bereits das Ende dieser Wesen?“, fragte er.
„Nein. Es gibt kein Ende.“
Ahry schwieg für einen Moment. Vielleicht würde er mehr erfahren, wenn er dem Geist einfach folgen würde, über diese weite Ebene, die sehr monoton verlief. Zumindest bis Ahry und der Geist an einem kleinen Berg ankamen, und diesen erklommen. Auf der Spitze des Berges angekommen, legte der Geist die Leichen ab, daraufhin schien er sich hinzuknien und den Kopf zu senken. Ahry schwieg, fragte sich, was der Geist wohl tat. Betete er? Erwies er den leblosen Körpern die letzte Ehre? Ahry wollte nicht nachfragen, nicht stören. Nach einem Moment erhob sich der Geist wieder.
„Folge mir. Dann wirst du erfahren“, sprach er zu Ahry. „Das ist es doch, wonach Weltensammler streben, oder etwa nicht?“
Ahry war verblüfft, dieses Wort wieder zu hören. Dabei kannte diese Gestalt ihn doch gar nicht, oder etwa doch?
„Woher -“, setzte Ahry zu einer Frage an.
„Ich habe die Flamme gesehen, die dich hierher getragen hat. Ich sehe sie jetzt gerade“, wurde er postwendend unterbrochen.
Ahry antwortete nicht, nahm er die Worte schlicht zur Kenntnis. Er folgte dem Geist, der sich mit ihm ein
Stück von den Leichen entfernte und auf den Rand der Bergspitze zubewegte. Dort setzte sich der Geist auf den Boden, Ahry tat es ihm gleich.
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