Die Welt von Aetherion · Kapitel 7

Tabakdunst und Met Geschmack

Fantasyy, Legenden, Märchen, Reisetagebuch, AbenteuerVeröffentlichtVeröffentlicht: 2026-09-07673 Wörterca. 3 Min.

Ich fand mich in einem stockfinsteren Raum wieder. In der Ferne erkannte ich kleine Lichtpunkte. Wenn das Kerzen sind , dachte ich mir, muss dieser Raum gigantisch sein. Die Luft war schwer und verbraucht. Ich hustete, als ich den Dunst einatmete, der aus fermentiertem Tabak und Kräutern zu bestehen schien. Ich wollte in die Dunkelheit hineinrufen, doch beim Einatmen zog ich noch mehr von dem Rauch ein und musste heftig husten. Nun sah ich vor mir das Auflodern einer Glut, und das dadurch entstehende Licht half mir zu erkennen, was der Grund dafür war, dass ich kaum atmen konnte. Skjalgir, der Jotnar, saß dort und rauchte eine gigantische Pfeife. Als die Glut abnahm, sah ich noch, wie er dicke

Rauchschwaden aus Nase und Mundwinkeln pustete – und die Luft wurde noch unerträglicher. Auf einmal hörte ich das Rasseln von Ketten, und kurz darauf wurde es heller. Die Ketten, an denen der Riese zog, öffneten eine Hälfte des Daches, und alte Ventilatoren begannen sich zu drehen. Langsam wurde die Luft besser, und ich kam wieder ein bisschen zu Atem. Der Raum wurde nun von der Vormittagssonne erhellt. Wie ich vermutet hatte, war der Raum gewaltig. Der Boden war mit großen Pflastersteinen ausgelegt, in den Ecken standen Dutzende Fässer sowie zusammengerollte riesige Pergamentballen, und Staffeleien stapelten sich daneben. Die Wände – und auch die Fenster, die der Raum wohl doch hatte – waren tapeziert mit großen Pergamentbahnen und Bilderrahmen, auf denen Dutzende, wenn nicht Hunderte fein filigraner Bannkreise und Zirkel gemalt waren. Von Wand zu Wand waren Seile gespannt, auch an ihnen hingen gemalte Zirkel und Runenkreise. Der Riese selbst saß an einem gewaltigen Tisch, der aus einem alten, halbierten Weinfass bestand, und rauchte weiter seine Pfeife. Er verdeckte fast Vollkommen die Gigantische regale hinter sich dass mit Pinsel, Tintenfässer und anderen Zeichen Utensilien vollgestellt waren. Die Luft im Raum wurde zwar etwas besser, doch meine Augen brannten durch den Qualm immer noch, als ich auf Skjalgir zuging - die Sphäre und den Ring noch immer in meiner Hand. Ich wollte etwas sagen, hustete aber noch. Der Riese hob eine Augenbraue und blinzelte mich mit einem Auge an. Ich glaubte, ein kleines, grollendes Lachen gehört zu haben. Während ich immer noch hustete griff er hinter sich und stellte ein großes Becher aus Horn vor mir auf den Tisch, dass er aus einem Krug – oder besser gesagt, einem kleinen Fass, das dort bereits stand – auffüllte. Er schob mir den volle Becher noch etwas zu und machte eine Geste, dass ich trinken solle. Ich hustete ein „Danke“ entgegen und griff nach dem Gefäß – mit beiden Händen, so groß war es. Ohne die golden schimmernde Flüssigkeit genauer zu betrachten, setzte ich an und nahm einen großen Schluck. Zuerst war es angenehm, die aromatische Süße von Honig erfüllte meinen Mund mit einem blumig-floralen Bouquet – aber als ich den Met hinunterschluckte, brannte er wie Feuer. Zwar süß, aber mit einem stechen von Alkohol... Dass hatte ich nicht erwartet. Unwillkürlich verzog ich das Gesicht, und Skjalgir lachte laut auf. Das donnernde Geräusch ging durch Mark und Bein. Er nahm das kleine Fass, aus dem er mir eingeschenkt hatte, setzte an, und in eins… zwei… drei Zügen leerte er es. Mit einem triumphierenden Grinsen stellte er das Fass umgedreht vor mir auf den Boden ab und lud mich mit einer Handbewegung ein, mich zu setzen. Ich nahm noch einen kleinen Schluck, aber nein – der Met war mir immer noch zu stark. Da ich nicht unhöflich erscheinen wollte, nippte ich dennoch regelmäßig daran. Ein Winken mit seiner großen Hand deutete ich als Aufforderung, ihm Vioresas Sphäre und den Ring zu geben, also legte ich beides auf den Tisch. Die Gegenstände wirkten auf dem großen Tisch verloren – und im Vergleich zu den großen Pinseln und den anderen Werkzeugen die noch

auf dem Tisch lagen, ebenso. Mir war schleierhaft, wie der Riese hier arbeitet, aber Leophas betonte mehrfach, dass diese Jotnar ein Meister seines Faches war. Also ließ ich mich überraschen (und werte Leserin, werter Leser: Ich wurde überrascht).

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